Sachbuch

Die seltsamsten Orte der Welt: Geheime Städte, Wilde Plätze, Verlorene Räume, Vergessene Inseln

Ein Buch von Alastair Bonnett

Spätestens seit Google Earth ist die Welt bis in den letzten Winkel erforscht und vermessen. Es gibt keine unbekannten Orte mehr, keine unberührten Eilande, nichts mehr zu entdecken – oder etwa doch?


Alastair Bonnett stellt in diesem Buch faszinierende und außergewöhnliche Orte vor, die unsere Vorstellungen von der Welt gehörig durcheinanderbringen. Sie tauchen auf und unter, wie die Inseln im Gangesdelta, verschwinden von Satellitenbildern, wie Sandy Island vor der australischen Küste, oder verstecken sich unter Gebüsch und Gestrüpp, das alle Spuren überwuchert, wie auf der britischen Halbinsel Arne. Unterhaltsam und leichtfüßig werden Orte wie Bir Tawil in Ostafrika beschrieben, die partout keine Nation haben will, oder Orte, die scheinbar zu zwei Nationalstaaten gleichzeitig gehören. Berichtet wird von versteckten Labyrinthen, unterirdischen, verlassenen oder überbauten Städten ebenso wie von ihrer historischen Entwicklung. Lehrreich, aber nicht belehrend führt Bonnett durch geographische Kuriositäten und zeigt, dass auch für den heutigen Menschen das Entdecken nie aufhört


Keyfacts:

  • Autor: Alastair Bonnett
  • Format: DIN A5 (SoftCover)
  • Seitenzahl: 296 Seiten
  • Verlag: C.H.Beck
  • Erschienen: Auflage: 8 (Januar 2017)
  • ISBN-Nr: 978-3406674921
  • Amazon Link: https://amzn.to/2EUT5TX

Stärken des Buchs:

Das Buch regt stark zum Denken über unser Handeln und unser Umweltbewusstsein an. Durch das gezielte aufmerksam machen von Problematiken, die diese Orte erst auszeichnen, schafft es der Autor, aus dem Buch ein „Pageturner“ zu machen. Man möchte definitiv wissen, was es mit diesen Plätzen und Inseln auf sich hat.
Er berichtet dabei über kuriose Orte, von denen man entweder noch nie etwas gehört hat oder die man schon lange vergessen hat und bezieht sich dabei auf Plätze wie die Verkehrsinsel, schwimmende Mülllandschaften, verlassene Meeresplattformen, gezielt ausgelöschte Städte, seltsame Grenzverläufe, unterirdische Tunnelsysteme oder verseuchte Ortschaften. Orte, über die man vorher niemals geredet oder nachgedacht hätte.

Schwächen des Buchs:

Der Schreibstil ist für mich teilweise zu trocken und etwas seelenlos. Einige Kapitel bestehen nur aus viel Erläuterungen, ohne Anreiz, sich einmal mit der Thematik oder Lage der Orte auseinandersetzen zu müssen und somit wird alles schnell langatmig. Ich habe eine tolle Anregung für mein Kopfkino erwartet, jedoch erinnern mich die Formulierungen oft eher an eine wissenschaftliche Arbeit als an ein schriftstellerisches Werk, das Spannung und Unterhaltung bieten sollte.

Das ganze Buch ist oftmals eher politisch statt „kurios“. Einige Orte werden nur dank ihrer politischen Lage erwähnt, was für mich nicht unbedingt einen „seltsamen“ Ort ausmacht, aber hierüber lässt sich streiten.

Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  • Nachgesehen, wann ich das nächste mal Urlaub habe
  • Die Orte (die netterweise mit Koordinaten versehen sind) bei GoogleEarth angesehen
  • Nachgesehen, ob es weitere Bücher von diesem Autor gibt

Mein Fazit zu dem Buch:

Ich habe mehr erwartet bin aber dennoch positiv überrascht. Einzelnen Stories haben mich sehr strak mitgerissen, wie Beispielsweise die über den Aralsee und wie dieser von Menschenhand trocken gelegt wurde. Ich kann das Buch jedem Empfehlen, der gern mal außergewöhnliche Geschichten von unterschiedlichen Orten lesen möchte und dadurch vielleicht seinen nächsten Urlaubsort oder gar sein Umweltbewusstsein überdenkt.

Sternchenbewertung:

★★★☆☆

Das Buch bekommt von mir 3 von 5 Sternen, da ich die Aufzählung der Orte zum Teil sehr langatmig fand und oft auch nicht wirklich abgeholt wurde.