Non-Fiction Roman

Friday Black

Eine Kurzgeschichtensammlung von Nana Kwame Adjei-Brenyah

Nana Kwame Adjei-Brenyah erzählt in zwölf verstörenden Storys von Liebe und Leidenschaft in Zeiten von Gewalt, Rassismus und ungezügeltem Konsum. Wie fühlt es sich an, im heutigen Amerika jung und schwarz zu sein? Welche Spuren hinterlässt alltägliche Ungerechtigkeit? In einer unkonventionellen Mischung aus hartem Realismus, dystopischer Fantasie und greller Komik findet der US-Amerikaner eine neue Sprache für die brennenden Themen unserer Zeit.

{Klappentext} (Rezensionsexemplar)


Key Facts:

  • Autor: Nana Kwame Adjei-Brenyah
  • Format: Gebundenes Buch
  • Seitenzahl: 240 Seiten
  • Verlag: Penguin Verlag
  • Erschienen: April 2020
  • ISBN-Nr: 978-3328601296
  • Preis: € 20,00 [D] – Buchpreis


Dieses Buch vereint 12 äußerst verstörend, brutal und beklemmende Dystopien aus Amerika. In den Geschichten stehen sowohl farbige Amerikaner wie auch Minderheiten im Vordergrund. Die Szenarien sind dabei so real beschrieben, dass man fast meinen könnte, sie entspringen direkt der Realität.

Meine Lieblings-Kurzgeschichte aus diesem Buch handelt von einem „Vergnügungspark“ bei dem man in ein Alltags-Szenario in Simulationsräumen geführt wird und so handeln darf, wie es einem beliebt. Sei es jemanden aufgrund seiner Herkunft zu erschießen oder einfach nur irgendwas zerstören… Dabei wird die Geschichte aus der Sicht eines farbigen Schauspielers aus diesem Park beschrieben, der sich mehrfach am Tag von weißen Amerikanern erschießen lässt, damit diese Kriminalität nicht auf der Straße ausgelebt wird …

Eine andere Geschichte erzählt von einer Welt in der Genmanipulation vor der Geburt die Realität ist. Menschen können ihre Kinder so „programmieren“ wie sie es für richtig halten. Hat man jedoch nicht genug Geld, so bleibt das Kind „normal“ – eine Ausgrenzung zu den „Übermenschen“ ist somit vorgegeben. Wie fühlt es sich an, in so einer Welt als einfacher Mensch aufzuwachsen? …


Stärken des Buchs:

Die Enden der einzelnen Geschichten sind oft offen. Sie lassen viel Interpretationsspielraum und laufen einem so gedanklich noch eine weile hinterher. Sehr gut!

Die meisten Texte sind in der Ich-Perspektive verfasst – so hat der Leser die Möglichkeit, sich viel intensiver mit den Protagonisten zu identifizieren. Man lässt sie viel näher an sich heran.

Schwächen des Buchs:

Einige der Themen, die Adjei-Brenyah in den Stories bearbeitet hat, konnten mich nicht komplett überzeugen. Beispielsweise die Geschichte über den Black Friday, die zum Namen dieses Buches führte. Was ich jedoch nicht schlimm finde, da bei einer Kurzgeschichtensammlung oft die ein oder andere dabei ist, die einem nicht so zusagt.


Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  • Erstmal einen Kaffee getrunken
  • Tagelang über die Geschichten nachgedacht.. schon Heftig, was eine kleine Geschichte in mir auslösen kann.
  • Den Autor und seine Werke im Netz gesucht

Mein Fazit zu dem Buch:

Ein überaus „krasses“ und hartes Buch, an dem ich mehrer Tage gedanklich zu knapsen hatte. Viele der Geschichten beschäftigen mich heute noch. Obwohl sie dystopisch geschrieben sind, fühlt sich die Realität in diesen Stories überhaupt nicht weit weg an. Auch der Rassismus ist auf vielen der Seiten spürbar. Definitiv ein Buch für Menschen, die sich der Zukunft sehr kritisch auseinandersetzen wollen.


Sternchenbewertung:

★★★★★

Das Buch bekommt von uns 5 von 5 Sterne. Auch, wenn die ein oder Andere Story nicht meinen Geschmack getroffen hat, so ist der O-Ton dieses Buches sehr empfehlenswert.