Achtsamkeit Roman Wahre Begebenheit

Sieben Jahre in Tibet

Mein Leben am Hofe des Dalai Lama – Eine Autobiografie von Heinrich Harrer

Der Tibetkenner Heinrich Harrer lebte als einziger Europäer am tibetanischen Königshof und wurde zum engem Vertrauten des Dalai Lama. Übersetzungen in mehr als vierzig Sprachen und Auflagen in Millionenhöhe ließen seine Erinnerungen zu einem Weltbestseller werden.Fünfzig Jahre nach der spektakulären Flucht Heinrich Harrers über den Hinmalaja nach Tibet kam das Abenteuer des Jahrhunderts in der Verfilmung von Jean-Jacques Annaud mit Brad Pitt in der Hauptrolle in die Kinos.

{Klappentext}


Key Facts:

  • Autor: Heinrich Harrer
  • Format: Paperback Buch
  • Seitenzahl: 464 Seiten
  • Verlag: Ullstein Taschenbuch
  • Erschienen: 1966 (Auf dem Foto: Auflage 16 von 1994)
  • ISBN-Nr: 978-3548357539
  • Preis: € 12,00 [D] – Buchpreis


Ich saß bei meiner Oma am Tisch, als ich mich mit meinem Onkel unterhielt. Seit längerem interessierte ich mich für das Meditieren und bat ihn um einen Rat, welche Bücher er dazu empfehlen könne. Als er mich daraufhin gefragt hat, ob ich denn „Sieben Jahre in Tibet“ gelesen hätte, musste ich verneinen. Nicht einmal den Film dazu hatte ich bis Dato gesehen. Also sprang er auf und drückte mir seine, etwas in die Jahre gekommene, Ausgabe in die Hände. Zuerst war ich skeptisch, fing aber am gleichen Abend noch an zu lesen. Fortan hatte mich das Buch in seinen Bann gezogen und ich konnte verstehen, warum das gesamte Buch verfilmt wurde. Am liebsten würde ich jetzt sofort aufbrechen und durch das Himalaya Gebirge stapfen, Nepal und Tibet besuchen und diese „fremde“ Kultur kennenlernen. Mit den Tibetischen Mönchen zusammen meditieren, den leibhaften Buddha – den Dalai Lama kennenlernen und noch viel mehr. Aber was ist so besonders an dem Buch, dass es genau diese Emotionen in einem auslöst. (Ich denke, ich bin nicht die Einzige, der es während und nach dem Lesen so erging)

In dem Buch geht es um Heinrich Harrer – 1912 geboren – Bergsteiger und Skisportler. Als er 1939 gefragt wurde, ob er an der Nanga Parbat Expedition(damals eine der ersten Expeditionen für die deutschen zu 8.000m hohen Bergen im Himalaya) teilnehmen wolle, sagte er nicht nein. Auf dem Weg nach oben ist in Deutschland der 2. Weltkrieg ausgebrochen. Das gesamte Expeditionsteam wurde von Indischen Soldaten (damals war Indien von England besetzt) festgenommen und in ein Internierungslager gebracht. Harrer wollte das nicht akzeptieren und ist ausgebrochen. Seine Flucht führte ihn direkt nach Tibet. Obwohl Tibet (auch heute noch) als sehr abgeschottet, aber politisch neutral galt und man ohne gültigen Pass nicht hindurch reisen kann, hat er sein Glück versucht. Vor ihm haben es bislang nur eine Handvoll Europäer nach Tibet rein geschafft. Und dennoch hat er 2 Jahre gebraucht, um vom Internierungslager, die Hauptstadt Lhasa zu erreichen. Viele Berge ist er dabei erklommen und hat sich den Weg durch alle Provinzen erschlichen. Dabei hat er natürlich Bekanntschaft mit der damals noch unbekannten, tibetischen Kultur gemacht und viele helfer gefunden, die ihm den Weg bereitet haben. Was vorher unmöglich war, ist ihm als erstes gelungen – ein Besuch in Lhasa – der Hauptsitz des Dalai Lama. Dieser hat natürlich mitbekommen, dass ein Europäer in sein Land eingereist ist und es sogar so weit geschafft hat, ohne aufgehalten worden zu sein. Seine Neugier war geweckt und der Samen einer wunderbaren Freundschaft war gesät. Fünf Jahre hat Harrer für den Dalai Lama in Lhasa, Tibet, gearbeitet und durfte alle Sitten und Bräuche kennenlernen. Als er dann wieder nach Europa kam, war das Interesse an ihm natürlich groß.


Stärken des Buchs:

Harrer schreibt sehr Lebendig. Da er Tagebuch geführt hat und dieses Buch auf seinen Notizen beruht, hat man das Gefühl, live dabei gewesen zu sein. Dabei ist sein Schreibstil sehr erzählerisch aber auch sehr sachlich. Mit dem Wissen, dass er der Erste ist, dem diese Einreise gelangt, schreibt er für jedermann verständlich, wie es um die Sitten und Bräuche des unbekannten Volkes steht. Man entwickelt sofort eine Leidenschaft für die Tibeten, ohne je selbst einem davon begegnet zu sein.

Als ich den Film angefangen habe zu gucken, direkt nachdem ich das Buch beendet hatte, war ich enttäuscht. Im Film kommt Harrer total schroff und wie ein Einzelkämpfer rüber. Sogar unsympathisch und wenig witzig. In dem Buch ist er das genaue Gegenteil. Er ist super Rücksichtsvoll und ein totaler Teamplayer.

Schwächen des Buchs:

Hier und da merkt man, dass dieses Buch einige Jahre auf dem Buckel hat. So schreibt er teilweise sehr klischeehaft über die Frau. Das kann man aber charmant überlesen.


Die ersten drei Dinge, die ich nach dem Lesen getan habe:

  • Mir Bilder vom Mount Everest angesehen
  • Die Doku von Reinhold Messner auf Youtube angesehen
  • Nachgesehen, ob man nach Tibet einreisen kann und wie viel das ganze Kostet

Mein Fazit zu dem Buch:

Ein absolutes must read! Ich hatte selten so viel Interesse an einem Buch und der Geschichte dahinter, wie bei diesem. Jedem musste ich davon erzählen – ich wollte alles aufsaugen, was ich an Wissen bekommen konnte. Noch jetzt fasziniert mich die Kultur und ich würde am liebsten sofort aufbrechen. Dieses Buch ist eines meiner absoluten Highlights schlechthin.


Sternchenbewertung:

★★★★★

Das Buch bekommt von mir 5 von 5 Sterne.


1 Comment

  • Reply Komm her – Geh weg ~ Der Weg zu mir - WeeklyBooks 3. August 2022 at 18:11

    […] Romane auf WeeklyBooks die sich lohnen: Sieben Jahre in TibetRomeo und […]

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