
Das erste Mal hat Yrsa nicht die Absicht zu töten. Aber der Cambridge-Professor, der ihr gegenübersitzt, hat die Forschungsergebnisse ihrer Freundin gestohlen. Als sie die Biene in seine Sanpellegrino-Flasche schnippt, denkt sie, dass er einen schmerzhaften Stich abbekommen wird. Dann ist er tot. Und Yrsa, die – seien wir ehrlich – schon seit einiger Zeit gelangweilt ist, fühlt sich endlich wieder lebendig.
{Klappentext}
Key Facts:
- Autor: Imani Thompson
- Format: eBook
- Seitenzahl: 374 Seiten
- Verlag: Rowohlt
- Erschienen: Juli 2026
- ISBN-Nr: 978-3-498-00789-8
- Preis: ca. € 25,00 [D] – Buchpreis
Meinung:
Ich dachte, ich bekomme hier einen Thriller – und irgendwie habe ich den auch bekommen, aber eben noch einiges mehr. Zwischen den Kapiteln spricht Yrsa immer wieder sehr direkt über Rassismus und Feminismus. Das fand ich grundsätzlich interessant, ich war nur überhaupt nicht darauf vorbereitet. Gleichzeitig ging mir Yrsa als Protagonistin teilweise wirklich auf die Nerven und ich bin bis zum Ende nicht richtig mit ihr warm geworden.
Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr frage ich mich allerdings, ob genau das beabsichtigt war. Vielleicht soll man sich an ihr reiben, während man gleichzeitig immer stärker mit dem Rassismus konfrontiert wird, den sie erlebt und der ihre Sicht auf ihre Taten prägt. Das macht es ziemlich schwer, sie einfach nur in die Schublade „unsympathische Protagonistin“ zu stecken.
Stärken des Buchs:
Die Geschichte hatte einige Wendungen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet habe. Außerdem habe ich es geliebt zu beobachten, wie Yrsa sich immer wieder aus scheinbar aussichtslosen Situationen herauswindet. Gerade dieses „Wie zur Hölle kommt sie da jetzt wieder raus?“ hat für mich einen großen Teil des Unterhaltungswerts ausgemacht.
Schwächen des Buchs:
Das Ende hat mich total unbefriedigt zurückgelassen. Es kommt plötzlich, bleibt offen und liefert mir nicht die Aufklärung, auf die ich gewartet hatte. Einerseits hat mich das wirklich gestört – andererseits passt es irgendwie zu einem Buch, das mich auch vorher schon immer wieder bewusst mit meinen Erwartungen hat auflaufen lassen.
Mein Fazit zu dem Buch:
Honey war definitiv nicht der Thriller, den ich erwartet hatte. Stattdessen habe ich ein Buch bekommen, das Mord und Spannung mit Rassismus und Feminismus verbindet und dabei eine Protagonistin ins Zentrum stellt, die es einem wirklich nicht leicht macht. Nicht alles hat für mich funktioniert und besonders das Ende lässt mich zwiegespalten zurück – aber zum Nachdenken gebracht hat mich das Buch definitiv.
Sternchenbewertung:
★★★
Das Buch bekommt von uns 3,5 von 5 Sterne.
